Trinity Rock Church

Bischof Alexander Kesse erzählt

Alexander Kesse ist 41 Jahre alt und lebt seit 16 Jahren in Deutschland. 2013 zog er nach Bergen, wo seine Frau, die ebenfalls aus Ghana stammt, Arbeit fand. Die deutsche Sprache beherrscht Alexander Kesse ganz gut, aber er will sie noch besser lernen, denn er möchte auch auf Deutsch predigen können. Die Verbreitung der christlichen Botschaft ist das, was ihn antreibt und was ihn letztlich auch dazu bewegt hat, sein Heimatland zu verlassen und in Deutschland ein neues Leben auf- zubauen.

„Ich bin aufgewachsen als Prinz“, erzählt der Bergener. Seine Mutter hatte als Königin einen besonderen Status und die Familie hatte Alexander als Nachfolger in der Stammesführung im Blick. Doch schon als kleines Kind habe er das Gefühl gehabt, dass da noch ein anderer Gott sein müsse, erinnert sich der Ghanaer. Der Großvater war offen gewesen für den christlichen und islamischen Glauben und sprach mit seinem Enkel viel über die Religionen. Als Siebenjähriger lernte Alexander Kesse einen Muslim kennen, „der ein Vorbild für mich war und der mir gezeigt hat, wie man betet.“ Dass ihr Sohn jetzt jeden Freitag in der Moschee zu finden war, akzeptierte die Mutter. Auch, dass er mit neun Jahren in Berührung kam mit einer christlichen Pfingstgemeinde und sich dieser anschloss, wurde toleriert. Erst als er ein junger Erwachsener war, machte seine Mutter ihm klar, dass es zwar nicht mit ihr, aber mit der Großfamilie Probleme geben würde, wenn er nicht in die königlichen Fußstapfen treten würde.

Für Alexander Kesse stand aber schon damals fest, dass er das nicht könnte. Die Mutter bezahlte ihm den Flug nach Deutschland. In den Pfingstgemeinden, in denen viele afrikanischstämmige Menschen ihre christliche Heimat gefunden haben, fühlte er sich wohl. Auch in Bergen gibt es eine solche Gemeinde. Die „Trinity Rock Church“ feiert jeden Sonntag Gottesdienst und „es ist eine wunderbare Erfahrung, wenn man da hinkommt“, sagt Alexander Kesse, der hier jetzt endlich auch predigt. Angehörige der britischen Armee mit afrikanischen Wurzeln kommen hier ebenso zum Gottesdienst wie afrikanische Studierende der Fachhochschule für Interkulturelle Theologie aus Hermannsburg. Diese Gottesdienste sind ganz anders als die in den „deutschen“ Kirchen. „Manche glauben, man darf nicht laut sein im Gottesdienst. Aber wir sind laut und tanzen. Und auch zu Hause tanze ich mit meinen Kindern“, verrät der afrikanische Bergener.

Die Kirche ist sein Lebensinhalt, aber leben kann er davon nicht. Zwar bekommt er viele Geschenke von den Gemeindemitgliedern, zum Beispiel auch Kleidung, für seine Tätigkeit als Prediger. Nebenher verdient er sich Geld durch Schlagzeugunterricht und Online-Handel.